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Aschewolke über Europa
Donnerstag, den 29. April 2010 um 18:00 Uhr
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Aschewolke über Europa
Am 15.04.2010 wurde in weiten Teilen Europas der Flugverkehr weitest gehend eingestellt.
Schuld daran war eine riesige Aschewolke, die aus Island von starken Winden über ganz Europa verteilt wurde. Die Folgen waren verheerend. Fast eine Woche lang war der Flugverkehr nur eingeschränkt möglich und viele Menschen saßen an den Flughäfen fest, ohne eine Möglichkeit wieder nach hause zu kommen. Angefangen hatte alles am 20.03.2010 als nach vielen kleinen Erdbeben und anderen eindeutigen Anzeichen der Vulkan Eyjafjallajökull im Süden Islands ausbrach. Der Vulkan befand sich unter Islands fünft größten Gletscher und man befürchtete, dass das Abschmelzen dieses Gletschers eine Überflutung der angrenzenden Gebiete zur Folge haben könnte, weswegen man am selben Tag die rund 500 Bewohner dieser Gebiete zeitweilig evakuiert wurden. Doch der Gletscher sorgte nicht für eine Überschwemmung, viel mehr war er der Hauptgrund für die große Aschewolke, die Europa für fast eine Woche in ihrer Gewalt hatte. Denn das Wasser, das beim schmelzen entstanden war floss nicht die Hänge des Vulkans hinab, sondern in seine Schlote hinein. Dort verdampfte es und sorgte für einen gewaltigen Überdruck, vergleichbar mit einem Dampfkochtopf ohne Ventil. Als dieser Druck im Inneren des Vulkanes zu groß wurde ist er förmlich explodiert und stieß eine bis zu 8000 m hohe Aschewolke aus. Diese Wolke wurde in den höheren Schichten unserer Atmosphäre von starken Winden über fast ganz Europa verteilt. Sie bestand zu 66 Prozent Silizium, 18 Prozent Aluminium, sechs Prozent Eisen und je fünf Prozent Kalzium und Natrium und besonders das Silizium und seine Verbindungen waren das große Problem für den Flugverkehr. Denn diese Verbindungen sind zum größten Teil die selben, die auch in Sand vorkommen, d.h. fliegt ein Flugzeug durch diese Wolke hat es den selben Effekt als würde man es mit einem Sandstrahler bearbeiten. Die Scheiben des Cockpits werden blind und das Navigieren würde somit zu einer reinen Glückssache. Ein weiterer Effekt ist, dass diese Silicate bei der Temperatur die in den Düsen eines Flugzeugs herrscht zu schmelzen beginnen. Das kann dazu führen, dass die Düsen verklebt werden und nicht mehr richtig arbeiten. Aus diesen Gründen wurde am 14.04.2010 der Personenflugverkehr eingestellt und große Teile des Luftraumes über Europa gesperrt.
Wie groß die durch diesen Ausbruch entstandenen Schäden sind kann noch nicht genau gesagt werden, doch gab die europäische Komission einen Gesamtschaden für die Fluggesellschaften in Höhe zwischen 1,5 bis 2,5 Milliarden Euro an. Die Gesellschaften haben gegen einen solchen Sonderfall keinerlei Versicherungen und fürchten nun für die entstandenen Kosten selbst aufkommen zu müssen. Doch was des einen Leid ist des anderen Freud. Die Bahnenunternehmen in ganz Europa haben eine enorme Umsatzsteigerung verzeichnen können, die zweifellos auf die vielen Urlauber und Geschäftsmänner deren Flüge abgesagt wurden zurückzuführen sind.
Am schlimmsten hat es die isländische Wirtschaft selbst getroffen, denn die Gebiete um den Vulkan Eyjafjallajökull wurde landwirtschaftlich genutzt. Die Gesamthöhe des entstandenen Schadens beläuft sich Schätzungen vom 11.05.2010 zur Folge auf 2,5-3,7 Milliarden Euro. Damit ist dem von der Wirtschaftskrise stark betroffenen Land ein weiterer hoher Kostenfaktor entstanden. Die Verluste sollen von Ausgleichszahlungen aus einem Fond der Bauernverbände und Regierungsgeldern abgefedert werden.
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